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Vereinsgewässer:
Zur Zeit
verfügt der Verein über zwei Gewässer:
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Die Sieg |

Der Renner See |
Die Sieg:
Die Abwasserbelastung der Sieg vom Industriezeitalter bis heute
Mit Beginn der Industrialisierung siedelten sich an der gesamten Sieg größere
Industriebetriebe an, die für eine Verschlechterung der Wasserqualität durch
Einleitung von Abwässern sorgten. Im Siegerland waren dies Gerbereien, Leder-,
Filz- und Leimfabriken, Erzgruben, Verzinkereien, Hütten- und Walzwerke.
Weiter flußabwärts schlossen sich u. a. in Scheuerfeld eine Papierfabrik, die
Wissener Werke mit Hütte und Walzwerk, die 1873 in Eitorf errichtete chemische
Fabrik Gauhe, die 1887 gegründete Kammgarnspinnerei in Eitorf, die seit 1841 am
Siegburger Mühlengraben gelegene Rolff'sche Kattunfabrik, die 1825 gegründete
Friedrich-Wilhelms-Hütte, deren Einleitungen in den Sieglarer Mühlengraben
erfolgten sowie die in Troisdorf ansässige Rheinisch-Westfälische-Sprengstoff
AG, deren Abwässer seit September 1915 über einen Fabrikkanal wenige hundert
Meter unterhalb der Friedrich-Wilhelms-Hütte in die Sieg flossen, an. 1938
folgte in Siegburg ein Zellwollwerk.
Obwohl in einigen dieser Großbetriebe bereits in frühen Jahren nach deren Aufbau
Kläranlagen gebaut wurden, waren diese jedoch teils wenig effektiv und es kam zu
erheblichen Schadstoffeinleitungen.
So waren bereits vor dem ersten Weltkrieg an der oberen Sieg große Strecken
stark verunreinigt, teils sogar tot. Im Bereich der mittleren und unteren Sieg
gab es dagegen noch zum Teil größere Abschnitte, in denen die Verunreinigung
geringer war.
In den 20er- und 30er-Jahren war die Sieg einer stetig wachsenden Belastung
ausgesetzt. Oberhalb von Betzdorf war sie fischereilich nicht mehr nutzbar.
Diese zunehmende Verunreinigung beeinträchtigte auch den mittleren bis unteren
Siegbereich zunehmend.
Die größte Belastung ging damals von den Wissener-Werken aus. Im Frühjahr 1937
gab es bis zur mittleren Sieg ein großes Fischsterben. Im Mai 1943 kam es vom
Buisdorfer Wehr bis zur Siegmündung zu einem großen Fischsterben. Am Buisdorfer
Wehr mündete der Abwasserkanal der Rheinischen Zellwolle AG in die Sieg.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg verbesserte sich die Situation nicht
wesentlich. Während sich die Schadstoffeinleitung durch die Wissener Werke
infolge diverser behördlicher Auflagen etwas verbesserte, kam durch das 1947 in
Etzbach gegründete Holzfaserplattenwerk Krages eine neue Belastung hinzu. Neben
in den Sommermonaten immer wieder infolge Sauerstoffmangel auftretender
kleinerer Fischsterben, verursachte alleine die Firma Krages in den Jahren 1956,
1957, 1964, 1969 und im Mai 1971 teils verheerende Fischsterben, deren
Auswirkungen bis zur unteren Sieg reichten. Mehrfach wurde die Firma durch die
Fischereiausübenden, insbesondere durch die Sieg-Fischerei Genossenschaft
verklagt, worauf Schadenersatzleistungen bis zu 140.000,- DM im Einzelfall
gezahlt wurden.
Ende 1982 fand das Dilemma durch den Konkurs der Firma Krages ein vorläufiges
Ende. Mit der Beseitigung bzw. Entsorgung der giftigen Abwässer der vollen
Klärteiche der Firma im Sommer 1986 blieb bis dahin ein bei Hochwasser immer
noch bestehendes Gefahrenpotential.
Mit Betriebseinstellung der Phrix-Werke (Rheinische Zellwolle AG) im Jahr 1972
verringerte sich die regionale Gewässerbelastung, obschon die Altlasten in Form
von Ablagerungen nach wie vor vorhanden waren.
Dem ASV Menden 1973 e.V. machte seit Gründung die insbesondere nach starken
Regenfällen immer wieder überlaufende Kläranlage am Aggerdeich zu schaffen. Wenn
das Klärbecken überlief, war der Rechen der Kläranlage teils wirkungslos. Dies
hatte zur Folge, daß Fäkalien und Unmengen von Toilettenpapier in die Agger und
so auch in die Sieg eingeleitet wurden. An solchen Tagen war es nicht möglich zu
angeln, da die Schnüre ständig voller Toilettenpapierfetzen hingen. Besonders
schlimm war dies zu Beginn der 80er-Jahre. Bemühungen des Vereins um Abhilfe bei
der Stadt Troisdorf, den politischen Parteien, bis hin zum Regierungspräsidenten
in Köln, führten zunächst zu einer Aufstockung des Klärbeckens. Mit Schließung
der Kläranlage im Jahr 1993 fand auch diese unliebsame Angelegenheit ein Ende.
Die letzte regionale Beeinträchtigung erlebte die gesamte Talaue der Sieg, mit
gleichzeitig negativer Auswirkung auf den Fischbestand, beim Bau der Autobahn im
Bereich Buisdorf bis Menden.
Die Wasserqualität unserer Pachtstrecke an der Sieg entwickelte sich nach den
Untersuchungsergebnissen der zuständigen staatlichen Stellen, heute des
Staatlichen Umweltamtes Köln, seit 1971 wie folgt:
|
Gewässerstrecke
: |
1971 |
1982 |
1986 |
1989 |
1992 |
1997 |
|
|
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|
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|
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Sieg
oberhalb der Aggermündung |
III |
1,8 |
2,1 |
1,9 |
2 |
1,87 |
|
Sieg
unterhalb der Aggermündung |
III |
2,3 |
1,9 |
2,2 |
2,1 |
1,79 |
|
Sieg
oberhalb der Einleitung Klöckner-M. |
-- |
-- |
1,9 |
1,8 |
2 |
2 |
Erläuterung
zum Saprobien-Index = Menge an organisch abbaubarer Substanz:
1,00
-
1,49
=
Klasse I
=
unbelastet
1,50
-
1,79
=
Klasse I – II
=
gering belastet
1,80
-
2,29
=
Klasse II
=
mäßig belastet
2,30
-
2,69
=
Klasse II – III
=
kritisch belastet
2,70
-
3,19
=
Klasse III
=
stark verschmutzt
Das Gewässer:
Den Sünden der Vergangenheit in Form von Uferbegradigung und Ufereindämmung
steht inzwischen ein Renaturierungskonzept der Landesregierung entgegen.
Demzufolge sollen künftig hochwasserbedingte Uferabbrüche und -ausspülungen
nicht mehr nachgebessert werden. Selbst die Aufgabe des derzeitigen ufernahen
asphaltierten Wirtschaftsweges auf Mendener Seite wird dabei nach heutigem Stand
der Dinge in Kauf genommen.
Es wird angestrebt, ehemalige Altarme, wie z. B. im Wiesengrund am so genannten
"Schon" wiederherzustellen. Fischereilich sollen diese nicht genutzt werden.
Sie sollen vielmehr als Laichgewässer und Refugium für Amphibien und Vögel
dienen.
Die vor Jahren angelegten Buhnen sollen ihrem Schicksal überlassen werden. Schon
immer haben im Bereich der Aggermündung, mit jährlichen Verschiebungen durch die
Hochwässer, Kiesablagerungen zur Bildung von Kiesbänken geführt, die teils
beachtliche Ausmaße annehmen und bei Niedrigwasser häufig sogar begehbar sind.
Ökologisch gesehen ist dies eine Aufwertung unseres Fischwassers, da dadurch die
Artenvielfalt der heimischen Fische positiv beeinflusst wird.
Fischereilich ist unser Vereinsgewässer als Übergang von der Barben- in die
Brassenregion einzustufen. Den Beweis dafür liefern die vorkommenden
Fischarten.
Es wechseln Schnellfließende, sauerstoffreiche und zumeist flache
Gewässerstrecken mit langsam und behäbig fließenden Abschnitten, mit einer
Wassertiefe von stellenweise bis zu 4 Metern bei Normalwasser. Dementsprechend
vielseitig und interessant gestaltet sich die Fischwaid.
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