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Die Fische der Sieg:
Damals bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt die Sieg als einer der fischreichsten
Flüsse Deutschlands. Mit der damals durchgeführten Regulierung der unteren Sieg
wurde deren ökologisches Gleichgewicht nachhaltig zerstört und viele Tümpel,
Teiche, Seitenarme und Laichplätze vernichtet. Dies hatte Auswirkungen auf den
Fischbestand.
Bereits 1887 beklagte der Siegburger Fischhändler Friedrich Wilhelm Reuter, der
an der Sieg zwei Fischereistrecken gepachtet hatte, über einen abnehmenden
Fischbestand. Gleiches geschah um die Jahrhundertwende durch die Bergheimer
Fischereibruderschaft. Diese beklagte 1903 einen Rückgang der Makrelenfänge
(Nasen) von jährlich 200 Zentner auf einige wenige Zentner.
Der Lachsfang, der früher sehr gute Erträge brachte, reduzierte sich bis 1909
auf kaum nennenswerte Ergebnisse, wie die vergleichende Übersicht der
Fangergebnisse bei Bergheim zeigt.
| Jahr |
Fanggewicht |
| 1888 |
182 |
| 1892 |
244 |
| 1897 |
206 |
| 1900 |
54 |
| 1904 |
59 |
| 1909 |
29 |
Seit 1950 galt der Lachs offiziell im Rhein als ausgestorben.
Trotz zähester Entwicklung bis ca. Mitte der 80er-Jahre ist es letztlich den
Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu verdanken,
dass die Wasserqualität der Sieg erheblich verbessert werden konnte. Sowohl
große Industriebetriebe als auch Städte und Gemeinden mussten durch behördliche
Auflagen den Bau von Kläranlagen forcieren.
Als positive Ergänzung dazu ist die günstige Entwicklung der Wasserqualität des
Rheins zu sehen, die Folge der Arbeit der von den Rheinanliegerstaaten
gebildeten internationalen Kommission zum Schutz des Rheins ist.
Heute Lachs 2000:
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Dank dieser positiven Entwicklung konnten in den letzten Jahren in der Sieg und
ihren Nebengewässern 48 Fischarten nachgewiesen werden.
Die als Anlage beigefügte Aufstellung zeigt die Fischfauna der Sieg aufgrund
verschiedener Befischungen, die von der früheren Landesanstalt für Fischerei NRW
bzw. seit 1994 den Fischereidezernaten der Landesanstalt für Ökologie,
Bodenordnung und Forsten / Landesanstalt für Agrarordnung NRW sowie den Biologen
Freyhof (1993) und Freyhof & Bischoff, allerdings meist nicht als repräsentative
Erhebungen des Gesamtfischbestandes, durchgeführt wurden.
Einen nicht unerheblichen Anteil an der Erhaltung der Artenvielfalt und teils
Wiedereinbürgerung, z. B. von Lachs und Meerforelle, haben die ansässigen
Angelvereine, so auch der ASV Menden 1973 e.V. Sie haben in den letzten Jahren
durch freiwillige Besatzmaßnahmen zur Bestandserhaltung vom Aussterben
bedrohter Kleinfischarten, wie z. B. Moderlieschen, Mühlkoppe und Schmerle,
beigetragen und damit aktiven Naturschutz betrieben. |
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Weitaus bedeutender ist jedoch die Beteiligung der im LFV Nordrhein e.V., Bezirk
Sieg, organisierten Angelvereine durch eine freiwillige pro-Kopf-Umlage am
Programm "Lachs 2000", dessen Ziel die inzwischen erfolgreiche
Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle u. a. im Gewässersystem der Sieg
ist.
Im Jahr 1985 sprachen sich die Vertreter der Rheinanlieger-Bundesländer und der
Bundesregierung gemeinschaftlich anläßlich der jährlichen
Rheinfischereibesprechung auf Vorschlag von Nordrhein-Westfalen
dafür aus, ein Programm zur Wiedereinbürgerung des Lachses in
den Rhein zu starten. Es folgte 1986 ein Finanzierungsplan, der
jedoch nicht gemeinschaftlich umgesetzt wurde. |
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So übernahm das Land Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle und begann 1987 mit
praktischen Maßnahmen für ein Wiedereinbürgerungsprogramm des Lachses in der
Sieg. Von Beginn an wurden dabei die Fischereivereine im
LFV-Bezirk Sieg einbezogen.
Neben der Beschaffung der Lachs- und auch Meerforellen-Eier, der Aufzucht der
Brut und das Aussetzen der Jungfische durch die Landesanstalt für Fischerei NRW,
wurden im Laufe der Jahre bauliche Maßnahmen zur Sanierung bzw. Schaffung von
Fischaufstiegen an den Sieg-Wehren in Buisdorf, Dattenfeld, Schladern und
Unkelmühle sowie dem Aggerwehr in Troisdorf durchgeführt, die den Fischen einen
ungehinderten Aufstieg ermöglichen sollen. Auch diese Maßnahmen wurden von allen
Angelvereinen im LFV-Bezirk Sieg finanziell unterstützt, und zwar mit insgesamt
200.000,- DM. |
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Die Ministerkonferenz der Rheinanlieger-Staaten setzte sich 1986 in Rotterdam
zum Ziel, den Rhein bis zum Jahr 2000 in seiner Wasserqualität soweit zu
verbessern, daß eine Rückkehr des Lachses gesichert ist und er wieder heimisch
werden kann. Als Folge dieses Ministerbeschlusses gründete die Internationale
Kommission zum Schutz des Rheins 1987 das Aktions-Programm "Lachs 2000", in
dessen Rahmen seit 1993 mit Unterstützung der EU verschiedene Projekte der
beteiligten Staaten finanziell gefördert wurden.
Im Rahmen des Programms "Lachs 2000" hat das Land Nordrhein-Westfalen Lachs und
Meerforelle seit 1993 ganzjährig geschont. Die Angler an der Sieg praktizierten
die Vollschonung auf freiwilliger Basis jedoch bereits früher, und zwar seit
1990. Diese Maßnahme ist zunächst bis zum Jahr 2000 befristet. |
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In den letzten Jahren konnten immer wieder Fänge von zum Teil auch
gekennzeichneten Lachsen und Meerforellen als Rückläufer der insoweit
erfolgreichen Wiedereinbürgerungsmaßnahmen verzeichnet werden.
Sorge bereitet den Anglern dagegen in den letzten Jahren das erkennbar geringere
Fischaufkommen der übrigen Fischarten. So ziehen in den letzten Jahren im
Frühjahr weit weniger Rotaugen vom Rhein her die Sieg hinauf. In diesem Jahr
sind die sich sonst tausendfach vom Frühjahr bis Herbst an der Wasseroberfläche
tummelnden Ukeleis – landläufig als Schneider bezeichnet –bei weitem nicht mehr
so zahlreich vertreten. Es liegt die Vermutung nahe, daß diese
Negativentwicklung auf die sich ständig vergrößernden Kormoranvorkommen
zurückzuführen ist. Hier bleibt nur zu hoffen, daß den verantwortlichen
Behörden und einschlägigen Naturschutz- und Vogelschutzverbänden bald
hinsichtlich der Gegensteuerung ein Licht aufgeht und diese sich zu geeigneten
Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände bekennen. |
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Was die Industrie über Jahrzehnte erfreulicherweise nicht schaffte, nämlich die
Sieg und die umliegenden Gewässer fischereilich zum Erliegen zu bringen,
erreichen sonst die Kormorane. Die jahrzehntelangen hegerischen Bemühungen, die
mit großem finanziellen Aufwand der Vereine betrieben wurden
und werden, würden ansonsten zunichte gemacht. |
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